„Haus der Begegnung“ Information

Pfarrei Mariä Himmelfahrt – „Haus der Begegnung“
Information zu den aktuellen Überlegungen und Vorplanungen

Liebe Mitchristen
in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt,

gerne hätte ich als Pfarrer zusammen mit den Mitgliedern der Kirchenverwaltung Sie zu einer Pfarrversammlung eingeladen, um mit Ihnen über die Zukunft des Hauses der Begegnung in der Römerstraße in den Austausch zu kommen. Die Coronapandemie macht es jedoch unmöglich, eine größere Veranstaltung abzuhalten. Deshalb wende ich mich mit diesem Schreiben an Sie, um Sie über den derzeitigen Sachstand zu informieren.

Bereits 2018 wurde von der Kirchenverwaltung der Beschluss gefasst, die freien, an der Römer-straße liegenden Grundstücke der Kirchenstiftung an die Diözese Augsburg zu verkaufen, die dort im Rahmen der Wohnbauoffensive Sozialwohnungen errichten will. Im Zuge dessen soll auch der ältere Teil des Pfarrheims abgerissen werden, das 1969 erbaut wurde. Die Bausubstanz ist sehr schlecht. Zudem wäre eine umfassende energetische Sanierung erforderlich. Derzeit belaufen sich alleine die Unterhaltskosten für das Haus der Begegnung auf jährlich ca. 25.000 Euro.

Der im Jahr 1995 errichtete Teil des Pfarrheims an der Römerstraße, der als Kirchenraum und Pfarrsaal für große Veranstaltungen geplant wurde, sollte nach den ursprünglichen Überlegungen erhalten werden. Ein erster Entwurf sah vor, um den großen Saal Gruppen- und Funktionsräume anzufügen, um so ein verkleinertes Haus der Begegnung zu schaffen.

Inzwischen haben wir eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Projekt sowie eine Erhebung der Auslastung der Veranstaltungsräume, die unserer Pfarrei zu Verfügung stehen, durchgeführt. Die Ergebnisse waren ernüchternd. Die Erhaltung des großen Saales würde eine umfassende Sanierung erforderlich machen, deren Kosten mit nahezu einer halben Million Euro an-zusetzen sind. Zudem würde die räumliche Qualität des Saales durch den Einbau einer mobilen Trennwand und den Entfall der nordseitigen Befensterung (bedingt durch den Bau der Gruppen- und Funktionsräume) in einem erheblichen Maß zurückgenommen. Das Gesamtprojekt (Sanierung des großen Saales und Anbau der Gruppen- und Funktionsräume) würde mit ca. 2,4 Mio. Euro zu Buche schlagen.

Festgestellt wurde auch die rückläufige Nutzung der Pfarrräume. War das Haus der Begegnung früher mit Leben erfüllt und oftmals bis zum Rande ausgebucht, so musste in den letzten Jahren ein permanenter Rückgang der Auslastung durch kirchliche Gruppen oder Veranstaltungen verzeichnet werden. Ein großer Teil der Räume steht vielfach leer oder wird kirchenfremden Gruppierungen überlassen. Der große Saal wird in seiner Dimension kaum gebraucht. Im Ergebnis der Untersuchung zeigte sich, dass ein Ver-anstaltungsraum etwas größer als der jetzige Chorraum und ein zusätzlicher Gruppenraum ausreichen würden.

Wir suchten deshalb nach einer alternativen Lösung. Die Kirchenverwaltung vertritt einmütig die Ansicht, dass Kirche auch zukünftig am Standort Römerstraße sichtbar sein soll. Das Haus der Begegnung darf nicht aufgegeben werden. Gemeinsam mit dem St. Ulrichwerk der Diözese Augsburg haben wir deshalb ein Alternativkonzept entwickelt, das ein kirchliches Zentrum an der Römerstraße vorsieht, das in die geplante Wohnbebauung integriert wird. In einem der Gebäudekomplexe würde im Erdgeschoß auf einer Fläche von ca. 500 m² ein reduziertes Haus der Begegnung mit einem größeren Veranstaltungsraum und einem Gruppenraum entstehen. Weiterhin würden Büroräume für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter errichtet, die barrierefrei zu erreichen sind. Die Funktionsräume (Toiletten, Teeküche, Garderobe) würden gemeinsam genutzt. Zu dem Pflichtenheft des Planers gehört es auch, nach Möglichkeit künstlerische Elemente aus dem bestehenden Haus der Begegnung in den Neubau zu übernehmen.

Über dem erdgeschossigen Bereich der Pfarreiräume wären ca. acht Wohnungen geplant. Das Projekt würde sich dadurch langfristig selber tragen und zusätzlich zur Deckung der Unterhaltskosten aller Räume der Pfarrei beitragen.

Ich bin mir mit der Kirchenverwaltung dessen bewusst, dass der Abriss des bestehenden Hauses der Begegnung für viele sehr schmerzhaft wäre, hängen an dem Gebäude doch zahlreiche persönliche Erinnerungen und Erlebnisse. Die Verbundenheit Vieler mit dem Pfarrheim macht uns die alternativen Überlegungen zu den bisherigen Plänen sehr schwer. Andererseits sind wir auch den zukünftigen Generationen gegenüber verantwortlich. Als Kirche werden wir uns überdimensionierte Bauten nicht mehr leisten kön-nen, zumal die Unterhaltskosten immens sind.

Ein in die Wohnbebauung integriertes neues Haus der Begegnung ist eine Alternativüberlegung zu den bisherigen Plänen. Eine entsprechende Bedarfsanmeldung wurde an die Diözese Augsburg gestellt, jedoch liegt bisher keine Zusage vor. Insofern ist es offen, ob dieses Projekt weiterverfolgt werden kann. Derzeit befinden wir uns im Stadium des Vorverfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplans. Eine definitive Entscheidung darüber, wie es mit dem Haus der Begegnung weitergeht, wird erst nach Ge-sprächen mit dem Bistum und dem Abschluss des Vorverfahrens möglich sein.

Ich hoffe, Sie haben Verständnis, dass wir coronabedingt nicht zu einem breiten Gesprächsprozess einladen dürfen. Sie haben na-türlich die Möglichkeit, Ihre Sicht kundzutun und in Gesprächen mit mir und den Mitgliedern der Kirchenverwaltung Ihre Fragen zu stellen und Ihre Sicht einzubringen.

Hinter all diesen Überlegungen steht die Frage, wie „es mit Kirche weitergeht“, genauer „wie es in Weilheim und in unseren Pfarreien weitergeht“. Wenn wir uns verkleinern, kann man natürlich denken, dass wir damit klein beigeben. Wir müssten doch für einen künftigen Aufschwung der Kirche die Räume erhalten. Bischof Bertram mahnte vor kurzem in einer Predigt an, dass wir immer noch glauben, Räume würden die Zeit von gestern speichern und Möglichkeiten schaffen, die wir zum Leben und Handeln brauchen. Sie werden aber erst zum Leben erweckt, wenn Menschen sie nützen. Auch die schönste Wohnung bleibt leer, wenn keiner zuhause ist. Mir ist klargeworden, dass wir kein Übermaß an Pfarrsälen bereithalten müssen. Wenn es wieder eine neue kirchliche Dynamik in unserem Land (in unserer Stadt) gibt – und das hoffe ich – dann werden mit dieser Dynamik so viele Kräfte erwachen, dass die künftige Generation sich dann selber baut und erstellt, was nötig ist.

Wir müssen tun, was heute richtig ist. Für das Haus der Begegnung und die Flächen an der Römerstraße versuchen wir genau das.

Ihr Pfarrer
Engelbert Birkle
Kath. Pfarreiengemeinschaft Weilheim
Admiral-Hipper-Str. 13, 82362 Weilheim
0881/923 533 411, www.pg-weilheim.de

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