Fernsehgottesdienst in Weilheim 2017

Hier können Sie den Gottesdienst nochmal anschauen in der ZDF Mediathek – Video gültig bis 12.03.2018


Bildergalerie

Danke an Rudi Wiester für die vielen Momentaufnahmen


Kommunionmeditation beim Fernsehgottesdienst am 12.3. am Lebensbaum Kreuz

Mit dem Empfang des Leibes Christi wird die Verbindung zu Christus neu festgemacht.
Während das die Menschen hier in der Kirche erleben, lade ich Sie ein, das im Blick auf unser Lebensbaumkreuz zu tun.
Dieses Kreuz gehört zu den wertvollsten Glaubensbildern in unserer Kirche.
Als Gnadenbild verehren die Weilheimer Bürger seit der Gotik dieses Kreuz.
Es ist ein Bild voller Hoffnung: Das Kreuz, der Baum des Todes blüht und treibt Blätter. Schmerz und Leid werden fruchtbar in einem neuen Leben.
Die Seite Jesu ist weit geöffnet. Was Menschen vor dieses Kreuz bringen, findet ein offenes Herz.
Jesus am Kreuz ist ganz den Menschen zugewandt. Er neigt seinen Kopf dem entgegen, der zu ihm aufschaut.

Tun wir das jetzt. Schauen wir zu ihm auf:
Herr Jesus Christus,
DU neigst dich mir zu.
DU ziehst mich an DICH.
DIR danke ich.
In DIR mach mich fest.
Lass erblühen, was dürr und hart geworden ist.
Belebe, was dem Tod geweiht ist.
Lass wachsen, was sich aufgegeben hat.
Wandle mein Leben in die Fülle DEINES Lichtes.


Predigt von Stadtpfarrer Engelbert Birkle

Liebe Schwestern und Brüder! Die drei Jünger sind fester mit Jesus verbunden. Sie sind tiefer auf seinen Weg gestellt. Nicht nur das Geschehen auf dem Gipfel hat das bewirkt. Sondern der ganze Weg über den Berg hat sie in Christus fest gemacht. In der Tradition wird die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor verortet. Der Weg über den Berg Tabor wird uns am Anfang der österlichen Bußzeit gezeigt. Wir sind auf diesen inneren Tabor-Weg gerufen der uns mehr mit Gott verbindet und tiefer in unsere Berufung als Christen hineinführt.

Der Taborweg beginnt damit, dass Jesus die Jünger zur Seite nimmt.
Die drei Jünger werden herausgenommen aus dem Kreis der anderen. Weg von den bekannten Wegen, weg von dem Ort, an dem alles geregelt ist und glatt läuft. Sie geraten auf ein Wegstück, das mühsam ist, das ihnen fremd ist, wo sie allein mit sich sind.
Er nahm sie zur Seite! Das bringt das Leben in vielen Varianten mit sich. Die Dinge laufen nicht so, wie wir gerne wollen. Die bekannten Sicherheiten tragen nicht.
Ich denke da heute sehr an viele, die am Fernseher mit uns feiern.
Manche von ihnen werden sich so erfahren: nicht mehr im Kreis der Menschen, die mir vertraut sind. Die Mühsal, die Krankheit und Gebrechen mit sich bringen, ist Alltag.
Bei allem Schmerz zeigt sich in solchen Lebensphasen klarer, was wichtig ist: Menschen sagen: Jetzt weiß ich worauf es ankommt. Es klärt sich mein Blick für das Wesentliche. In solchen Zeiten klärt sich in uns auch, wer Gott für uns ist und wie wir mit Jesus gehen können.

Wenn das geschieht, das sind dann Gipfelmomente, Taboraugenblicke.
Das Licht Gottes ergreift dich. Ein Wort kann als Stimme Gottes gehört und verstanden werden.
Es schenkt sich eine Erfahrung, die den Glauben, das Christsein nährt.
Ganz unterschiedlich können diese Gipfel aussehen. Wie ein wuchtiges Hochgebirge. Menschen erleben sich tief von Gott berührt. Sie können Tage und Stunde benennen. Sie haben etwas erlebt, das aus ihrem Leben herausragt.
Für andere ist der Tabor eine sanfte Hügellandschaft. Es sind manchmal leise Erfahrungen, die nicht einmal bewusst werden. Doch sie tragen im Leben und führen weiter.
„Ich konnte immer vertrauen, dass Gott bei mir ist.“ sagt da dann jemand.

Der Gipfel, das Verbundensein mit Gott, ist nicht das Ziel. Zum Taborweg gehört das Hinabsteigen, die Zuwendung zu den Menschen.
Ausdrücklich betont der Evangelist: „Als sie zurückkamen, begegneten sie einer großen Zahl von Menschen.“ Dorthin führt Jesus die Jünger. Jesus will seine Jünger – uns – unter den Menschen haben. Aus dem Gottverbundensein sollen wir dort wirken
Der Evangelist zeigt mit feinen Strichen, was dieses Wirken ausmacht.
Den Jüngern wird gesagt: „Steht auf! Richtet euch auf!“ Aufrecht sind sie unter die Menschen gestellt. Christen leben aufrichtig unter den anderen.
„Habt keine Angst.“ Unser Auftrag ist, Wege des Vertrauens zu wagen und anzuregen.
Und es heißt: Sie sahen nur noch Jesu allein. Ihn haben sie im Blick. Er ist das Maß ihrer Liebe, ihres Betens, ihrer Zuwendung zu den Menschen, der Entschiedenheit für den Weg. Er will auch unser Maß sein.
So sind die Jünger und wir mit ihnen in die Menschen hineingestellt.

Liebe Schwestern und Brüder, der Tabor ist ein Weg, ein Weg, der uns im Christsein wachsen lässt, der uns christusfest macht.
Ich lade Sie ein, sich dem Taborweg tief zu öffnen. In einem lyrischen Text habe ich ihn zusammengefasst, unser Kirchenmusiker hat ihn vertont und der Chor wird uns den „taborweg“ dann singen.

taborweg

beiseite genommen
aus eingewohntem weg
mühseliges auf
ins christusfest

lichtüberflutet
vom gottdu berührt
ergebenes horchen
im christusfest

gottlichtverborgen
ins menschenda
osterlichtzeugen
die christusfest

(Text Pfarrer Engelbert Birkle)


Vorwort VERBO März 2017

„Hast du den Gottesdienst im Fernsehen angeschaut?” Mit dieser Frage haben die Sonntagabend Gespräche mit meinem Vater oft begonnen. In den letzten Jahren seines Lebens war es ihm nicht mehr möglich, das Haus zu verlassen und den Gottesdienst in der Kirche mitzufeiern. In seinen Antworten auf die Frage nach dem Fernsehgottesdienst war immer mitzuhören, wie wichtig es für ihn war, auf diesem Weg am Feiern unserer Kirche teilzunehmen. Diese Erinnerung an die Sonntagsbegegnungen mit meinem Vater begleiten mich durch die Vorbereitungen zur Live-Übertragung der Messfeier am 12. März aus Mariae Himmelfahrt.

Über das ZDF werden circa 700.000 Menschen diese Messe mit uns feiern. Viele von ihnen werden in ähnlichen Situationen sein, wie mein Vater: Durch die Gebrechen des Alters auf einen kleinen Lebensraum begrenzt und aus Lebensgewohnheiten wie dem regelmäßigen Kirchgang herausgenommen. Für diese Menschen ist die Live- übertragung ein wertvoller Dienst.

Mir ist dieser Blick besonders wichtig, in all den Entscheidungen, die in den letzten Wochen für den 12. März zu treffen waren (und noch sind). Ist das, was wir planen, sagen, feiern, den Menschen in dieser großen „Fernseh-Gemeinde” eine Hilfe, ein Trost, Ermutigung, eine Quelle der Freude?

Jetzt, wo es nur noch wenige Tage bis zur Live-übertragung sind, lade ich die Weilheimer ein, sich an diesem Dienst zu beteiligen. Eine Liveübertragung lebt sehr von der Gemeinde, die in der Kirche versammelt ist. Ich lade Sie ein und bitte Sie, dass wir miteinander sorgen, dass die Menschen über den Fernseher eine gute Gemeindeerfahrung machen dürfen.

Das geschieht, wenn wir Weilheimer da sind, miteinander beherzt beten und singen. In den Vorbereitungen zum Fernsehgottesdienst wurde mir als Pfarrer geraten, die Gemeinde darauf hinzuweisen, dass „warme Bilder” gut ankommen. Das bedeutet, die Gemeinde als ein buntes Völkchen, alle Generationen gemischt und Menschen, die gern da sind.

Konkret bitte ich Sie am 12. März um 9.00 Uhr in der Kirche zu sein. Der Gottesdienst beginnt zwar erst um 9.30 Uhr, die halbe Stunde ist aber nötig, um sich als Gemeinde schon zusammenzufinden und um alle Mitfeiernden über die Besonderheiten zu informieren die gelten, wenn die Kameras in der Kirche stehen.

Wir feiern die Eucharistie und vielleicht 700.000 Menschen feiern mit uns. Das Besondere ist, dass die Feier live im Fernsehen übertragen wird. Dass wir in der Kirche feiern – nicht nur für uns allein, das ist immer so. Das Selbstverständnis der Eucharistie ist immer, dass die Gruppe die konkret feiert, das immer „für alle” und „in Verbindung mit allen” tut – in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche.

Dieses Bewusstsein könnte einer der Dienste sein, die uns durch den Fernsehgottesdienst erwiesen werden. Auch nach dem 12. März wird uns im Feiern der Gottesdienste bewusst(er) sein: Wir sind jetzt Teil einer großen Gemeinschaft, die weder an der Kirchenmauer, noch an den Stadtgrenzen ihre Grenzen hat.

Möge Gott unseren Dienst nahe sein und ihn „fern-segnen”.

Ihr Stadtpfarrer Engelbert Birkle


Pressemeldung März 2017, 9.30 bis 10.15 Uhr

DEUTSCHE BISCHOFSKONFERENZ, Katholische Fernseharbeit

Katholischer Gottesdienst aus St. Mariae Himmelfahrt in Weilheim

mit Pfarrer Engelbert Birkle

„Tabormomente“

Den Gottesdienst am 12. März 2017 überträgt das ZDF aus der Pfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt in Weilheim (Bistum Augsburg). Pfarrer Engelbert Birkle will mit den Mitfeiernden an diesem zweiten Fastensonntag einen „Taborweg“ gehen – so wie die Jünger im Evangelium, die Jesus auf dem Berg Tabor im Licht verklärt sehen.

„Über unserer Feier liegt die Bitte: Herr, nimm auch uns zum Tabor mit. So können auch wir Jesus im Licht entdecken und begegnen“, sagt Pfarrer Birkle. Für den Fernsehgottesdienst hat er eigens einen meditativen Text mit dem Titel „Taborweg“ verfasst, den der Weilheimer Kirchenmusiker Jürgen Geiger vertont hat.

Zum Taborweg gehöre aber nicht nur der Aufstieg auf den Berg mit dem besonderen Moment der Christusbegegnung oben, sondern auch der Abstieg, so der Pfarrer: „Dieses Licht wird uns nicht nur für uns selbst geschenkt. Wir sind gerufen, das Licht ins Leben anderer hineinzutragen.“

Die zentralen Begriffe des Gottesdienstes, Licht und Berge, spielen in Weilheim auch im Alltag eine große Rolle. Denn bei schönem Wetter hat man von der Stadt in Oberbayern einen wunderschönen Blick auf die Alpen.

Im Anschluss an den Gottesdienst können die Zuschauer und Mitfeiernden bis 19 Uhr unter der Nummer 0700-14141010 (6 ct./min. aus dem deutschen Festnetz, abweichender Mobilfunktarif) Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Weilheim telefonisch erreichen. Weitere Informationen sind aktuell im Internet unter www.zdf.fernsehgottesdienst.de zu finden.

Nähere Informationen zur Gottesdienstübertragung:

Katholische Fernseharbeit
Liebfrauenstraße 4
60313 Frankfurt am Main
Telefon: 069-338906
Homepage: www.kirche.tv