„Über die Bewahrung des Menschen in dem Zeitalter der künstlichen Intelligenz“

 

Die ENZYKLIKA „MAGNIFICA HUMANITAS“ von P. Leo XIV trifft den Nerv unserer Zeit

Von Diakon Erwin Helmer, Betriebsseelsorger

Am Pfingstmontag 2026 hat Papst Leo XIV ein sehr schönes Beispiel gegeben. Er hat ein Weltrundschreiben veröffentlicht zum Thema „Künstliche Intelligenz“ -eine wunderbare Botschaft für die ganze Welt, für die „Großartige Menschheit“ wie der Titel auf Deutsch heisst. Eine tiefgehende Aussaat der Kirche hinein in die heutige Zeit, die hoffentlich große Frucht bringt.

 

KI kann Vieles erleichtern

Die Menschheit nutzt bereits vielfach die positiven Möglichkeiten der KI. Probleme werden heute oft mit Hilfe von KI gelöst, enorme Kosten werden eingespart durch effektives arbeiten, Arbeit wird erleichtert, Innovationen können schneller umgesetzt werden, Energieeinsparungen werden optimiert, Umweltschutz wird messbarer und kontrollierbar, Planungen gehen schneller und gründlicher, Papierkram wird deutlich weniger. Und Vieles mehr.

KI kann Vieles zerstören

Leider gibt es aber auch das Gegenteil: raffinierter Betrug mit Hilfe von KI breitet sich aus, einfache Arbeitsplätze werden durch KI ersetzt, Missbrauch von Daten kann sehr viel Schaden anrichten, Gefahren betreffen vor allem unsere Kinder und Jugendlichen. Die Überwachung von Menschen rund um die Uhr praktizieren vor allem die Diktaturen unserer Zeit. Verletzungen der Menschenwürde, der Privatsphäre der Menschen und neue Formen von Versklavung und Ausbeutung breiten sich aus. Und Vieles mehr. Da tut es gut, wenn sich die Kirche im Sinne des Evangeliums zu Wort meldet und klare, weise Worte spricht.

Die Grösse der menschlichen Person angesichts der Versprechen der KI 

Die Kirche betont vor allem „die unermessliche Würde jedes Menschen und das Gemeinwohl“ und will eine Welt, die wirklich für alle geordnet ist. Es ist Aufgabe der Kirche, die Gefahren, die auf uns zukommen zu benennen und gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit dieses gigantische Werkzeug der KI sinnvoll zu fördern aber auch in Bahnen zu lenken, die Wohlstand und Sicherheit, Bewahrung der Schöpfung und Frieden in der Welt schaffen.

Damit die Frohe Botschaft des Papstes zu großer Wirkung kommt, braucht er uns, jeden von uns. Sein Fazit: „Entwaffnet die KI, macht sie lebensdienlich!“ Er ruft so die Politik, die Unternehmen, die sozialen Organisationen, alle Bürger, uns Christen alle dazu auf, gewissenhaft die Zukunft mitzugestalten.

Das Gebet der Gläubigen ist die Basis, die Orientierung und Hoffnung gibt, die uns antreibt und immer wieder neu motiviert. Damit die Frohe Botschaft des Evangeliums in jeden Winkel der Erde getragen wird. So wird sie Frucht bringen, 100fach, 60fach und 30fach!

 

Zwei Leseproben aus der Enzyklika von Leo XIV:

„Die von Gott geschaffene grossartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen. Jeder Epoche droht die Gefahr, dass die Welt unmenschlich und ungerechter wird. Wir Christen erheben unseren Blick zu dem Gott, der Mensch geworden ist, in dem Wissen, dass sich »nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft« aufklärt. (Magnifica humanitas Nr.1)  

                                                                                                                                                                              Die Zivilisation der Liebe errichten -durch 5 Ansätze:

  1. Die Worte entwaffnen: »Entwaffnen wir die Worte, und wir werden dazu beitragen, die Erde zu entwaffnen.« (Nr. 214)
  2. Frieden in Gerechtigkeit aufbauen: Augustinus sagt: „Möchtest du Frieden erreichen? Dann übe Gerechtigkeit!« (Nr. 215)
  3. Die Perspektive der Opfer einnehmen: Papst Franziskus hat uns daran erinnert, den „Leib derer zu berühren“, die leiden: ihre Gesichter anzu-sehen, ihren Geschichten zuzuhören, ihre Wunden anzuerkennen (Nr. 216)
  4. Einen gesunden Realismus pflegen: Wir brauchen einen gesunden Realismus, der sowohl politischen Idealismus als auch Zynismus vermeidet. (Nr. 218)
  5. Den Dialog neu anstoßen: Um die Zivilisation der Liebe aufzubauen, müssen wir den Dialog praktizieren. Er ist das wichtigste Instrument für das Zusammenleben zwischen Menschen und zwischen Nationen und er ist die Alternative zum offenen Konflikt. (Nr. 219)

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